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Gaustadt bleibt in der Kreisliga

Das Schiedsrichtergespann um Simon Winkler hatte es wahrlich nicht einfach, je weiter die Uhr fort schritt, desto hektischer wurde das Geschehen, Unterbrechungen häuften sich, von außen wurde versucht Einfluss zu nehmen.

Die siegreichen Teutonen halten die Spielklasse im Bamberger Oberhaus.

von Hendrik Kowalsky für anpfiff.info

 

Davon aber ließ sich der Unparteiische keineswegs beeindrucken, zog seine Linie konsequent durch und lag bei allen spielentscheidenden Situationen richtig. Die rote Karte für Johannes Emmerling nach Foulspiel stecken zu lassen fällt in den Bereich Fingerspitzengefühl, die Platzverweise wegen Handspiels auf der Linie sowie für eine Tätlichkeit waren nach Rücksprache mit den Assistenten eindeutig.

 

 

Mit 3:1 nach Verlängerung gewann die DJK Gaustadt das entscheidende Relegationsspiel gegen den SV Walsdorf und spielt auch im kommenden Jahr in der Kreisliga Bamberg. Vor 739 Zuschauern glichen die Teutonen nach frühem Rückstand kurz vor Ende aus, ehe Jonas Reinfelder die DJK in seinem letzten Spiel jubeln ließ. Es war soweit, der finale Showdown um den letzten freien Platz im Bamberger Oberhaus stand auf dem Programm. Ausgerichtet vom SV Dörfleins traf die DJK Gaustadt auf den SV Walsdorf und wusste um die guten Erfahrungen der Ausscheidungsspiele im letzten Jahr. Gut liefen die Ausscheidungsspiele in diesem Jahr auch für den SVW, nach einem späten Sieg gegen Wacker Bamberg reichte es gegen die DJK Stappenbach ebenfalls zum Erfolg, wenn auch erst nach Elfmeterschießen. Verzichten musste der Kreisklassist heute jedoch auf Spielertrainer André Distler, der am Mittwoch gegen Stappenbach eine Knieverletzung erlitt. Bei den Teutonen kehrte hingegen Coach Daniel Rinbergas nur wenige Wochen nach seinem Außenbandriss in die Formation zurück.

 

Es versprach spannend und intensiv zu werden, geleitet wurde die Partie durch Schiedsrichter Simon Winkler von der DJK Don Bosco Bamberg und der Unparteiische sollte im Verlauf der Partie ein ums andere Mal im Fokus stehen. Auf dem gut präparierten Dörfleinser Hauptplatz war beiden Teams zu Beginn die Bedeutung dieses Duells anzumerken, die DJK erspielte sich zwar früh ein leichtes optisches Übergewicht, ging jedoch ebenso wenig Risiko wie die Walsdorfer ein, die im 4-4-2-System sehr kompakt auftraten und das Zentrum verdichteten. Wenn es einmal gefährlich wurde, dann meist über die quirligen Außenbahnen der Teutonia, eine klare Torchance blieb zunächst aber aus. Schon nach 18 Minuten war das Spiel derweil für Trainer Daniel Rinbergas beendet, der Einsatz kam offensichtlich noch zu früh. Ersetzt wurde der Offensivakteur von Sturmkante Johannes Emmerling der durchaus eine tragende Rolle einnehmen sollte. Blieb der SVW bei seinen seltenen Konterangriffen meist nicht konsequent genug und ließ aussichtsreiche Tempogegenstöße im letzten Drittel versanden, klappte diese Strategie in der 25. Minute deutlich besser.

 

Denn als Max Blumenstein auf der linken Außenbahn steil geschickt wurde und das Leder scharf in den Strafraum hereinbrachte, tauchte Torjäger Markus Weisel am Fünfmeterraum auf und bugsierte das Leder zum 1:0 in die lange Ecke! Nichts zu halten für Matthias Kühhorn im Gaustadter Gehäuse, schon das dritte Tor von Markus Weisel in der laufenden Relegation. Keine zwei Minuten später hätte Weisel sein viertes Relegationstor nachlegen können, nein müssen. Genau im richtigen Augenblick gestartet erlief der Stürmer einen Pass in die Gasse, mutterseelenallein lief die Nummer neun durch die Hälfte der Teutonia, nur um aus zehn Metern an Matthias Kühhorn zu scheitern und die Riesenchance liegen zu lassen.

 

Durchatmen bei der DJK, die nach der Auswechselung von Rinbergas ihren offensiven Matchplan umwerfen musste und noch nach der passenden Reaktion suchte. In der 32. Minute sorgte der eingewechselte Emmerling dann für Aufruhe, nach einem Ballverlust am gegnerischen Strafraum grätschte der Angreifer seinem Gegenspieler Christoph Hopf hinterher und erwischte ihn am Fuß. Schiedsrichter Winkler beließ es bei einer gelben Karte, die nicht nur angesichts des bis dahin fairen Spielverlaufs auch gerechtfertigt verteilt wurde. Bis zum Halbzeitpfiff tat sich dann nicht mehr allzu viel, mit der Führung im Rücken kontrollierte Walsdorf das Geschehen, die Teutonen bemühten sich, fanden aber keinerlei spielerische Mittel, um den SVW in Gefahr zu bringen. So blieb es zur Pause beim 1:0 für Walsdorf, der Kreisligist musste sich nach dem Seitenwechsel etwas einfallen lassen. 739 Zuschauer sahen im zweiten Durchgang zunächst recht wenig Nennenswertes, es dauerte ein paar Minuten, ehe die Partie wieder an Fahrt aufnahm. In der 54. Minute kam Jonas Reinfelder dem Ausgleichstreffer schon recht nahe, sein Distanzschuss aus gut zwanzig Metern klatschte aber nur an den Querbalken des Walsdorfer Gehäuses.

 

 

Diesem sportlichen Highlight folgte zumeist Hektik, die Kraftfrage war heute von entscheidender Natur und so versuchte vor allem der SVW, wo es geht ein paar Körner einzusparen. Diverse Fouls und Nickeligkeiten trugen jedoch ihren Teil dazu bei, der Spielfluss ebbte ab, die Geschwindigkeit war phasenweise raus. Es dauerte bis zur 74. Minute, ehe die nächste gute Möglichkeit zu notieren war, nach Flanke von Jonas Reinfelder scheiterte aber sowohl Emmerling per Hacke, als auch Joel Hildebrand beim Nachschuss. So ging die spannende, aber weiterhin hektische Partie schon in die Schlussphase, als in Minute 83 plötzlich ein schriller Pfiff ertönte. Der SVW hatte sich längst an den eigenen Strafraum zurückgezogen und verteidigte den Vorsprung mit Mann und Maus, da kam Gaustadt zu einer weiteren Chance. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld klärten die nominellen Gäste nur unzureichend und so landete das Leder bei DJK-Kapitän Johannes Bergen, der das Spielgerät per Kopf über die Linie drücken wollte.

 

In Torwartmanier rette Steffen Alt jedoch per Handspiel für seinen geschlagenen Schlussmann, glatt Rot und Elfmeter für die Teutonia waren die Folge. Sechs Minuten vor dem Ende bot sich dem Kreisligisten also die Chance zum Ausgleichstreffer, Johannes Emmerling war es schließlich, der sich den Ball schnappte, für die linke Ecke entschied und flach zum 1:1 einschob! Riesenjubel im Lager der Blau-Gelben, der Abstieg war nochmal aufgeschoben, Entsetzen beim lautstarken Walsdorfer Anhang. Dem SVW war in dieser Phase anzusehen, welche Strapazen die Relegation mit sich bringt. Körperlich stark beeinträchtigt hielt Walsdorf so gut es ging dagegen und bekam ausgerechnet von einem gegnerischen Akteur Unterstützung. Denn nach einer Tätlichkeit sah Christof Dilzer ebenfalls den roten Karten, die numerische Ungleichheit war dahin, es wurde mit zehn gegen zehn weitergespielt. Vier Minuten ließ der Schiedsrichter nachspielen, am Spielstand änderte sich jedoch nichts mehr und so ging es tatsächlich in die Verlängerung.

 

In der Verlängerung wirkte Gaustadt das entscheidende Quäntchen frischer, Walsdorf war schon bald stehend KO und konzentrierte sich auf konsequentes Verteidigen. In der 97. Minute hatten die "Hausherren" den Torschrei schon auf den Lippen, nach Kopfball-Vorlage von Emmerling parierte Patrick Rippstein jedoch bärenstark gegen Lukas Alt und bestätigte seine gezeigten Leistungen der letzten Wochen. Zwei Zeigerumdrehungen erneut die Teutonen, diesmal nahm Jonas Reinfelder aus 13 Metern Maß, zielte aber links am Pfosten vorbei. Die Walsdorfer hofften in dieser Phase auf den einen, womöglich entscheidenden Konter und in der 101. Minute hatte Michael Weisel jenen Treffer auf dem Fuß. Über die rechte Flanke zog Markus Weisel mit letzter Kraft das Tempo an und bediente den besser postierten Mitspieler, Michael Weisel schoss jedoch links vorbei. Chancen entstanden nun im Minutentakt, angefeuert von den Zuschauern mobilisierten die Akteure auf dem gut bespielbaren Rasen ihre letzten Kräfte. So auch in der 103. Spielminute, Gaustadt bekam einen Eckball zugesprochen. eine Aufgabe für Lukas Alt. Der Außenverteidiger brachte das Leder an den Fünfmeterraum und fand dort Jonas Reinfelder, der sich hochschraubte und per Kopf zum 2:1 für die DJK einnickte!

 

Dicker Stellungsfehler der Walsdorfer Hintermannschaft, welch bitterer Zeitpunkt für ein Gegentor dieser Art. Kurz darauf wurden ein letztes Mal die Seiten gewechselt, im Angesicht der Niederlage warf die Distler-Elf nun alles nach vorne und hoffte auf den Lucky Punch. Dadurch boten sich den Gaustadtern immer größere Räume zum Kontern, meist blieben die Gegenstöße jedoch zu ungenau. Das änderte sich in der 118. Minute, der SVW hatte die Abwehr aufgelöst, in Überzahl stürmte die DJK auf Patrick Rippstein zu. Jonas Reinfelder war es, der sich den Ball überraschend in den Lauf vorlegte, an Rippstein vorbei dribbelte und den Ball zum umjubelten 3:1 in die Maschen schob! Damit war die Entscheidung gefallen, wenige Minuten später ertönte der Schlusspfiff und die DJK Gaustadt durfte den Klassenerhalt bejubeln! Verdient ist der Nichtabstieg der Teutonen allemal, die Schützlinge von Daniel Rinbergas erspielten sich mehr Torgelegenheiten als Walsdorf und kamen zu mehr Ballbesitz, brauchten nach dem Rückstand und dem Ausscheiden ihres Trainers aber eine ganze Weile, um die Angriffe neu zu justieren.

 

 

Letztlich wurde der Druck auf die aufopferungsvoll kämpfenden Walsdorfer zu groß, in der Verlängerung fehlte dem SVW die Luft, um noch mithalten zu können, die beiden Treffer von Jonas Reinfelder waren die logische Folge. Somit verpassen die Walsdorfer im letzten Spiel unter der Leitung von André Distler denkbar knapp den Aufstieg in die Kreisliga, während sich die Teutonia auch in der kommenden Saison im Bamberger Oberhaus messen darf. Keine Frage, Jonas Reinfelder war und ist ein zentraler Spieler im System der Teutonia. Oftmals steil geschickt gibt der schnelle Außenspieler des Öfteren den Alleinunterhalter und verpasst mitunter das richtige Abspiel zum optimalen Zeitpunkt. Seine beiden Treffer in der Verlängerung liefern jedoch erneut den Beweis dafür, welche Klasse der 23-Jährige hat. Über die vollen 120 Minuten spulte Reinfelder ein hohes Laufpensum ab und ging diesbezüglich voran, in der Verlängerung avancierte er zum Matchwinner.

 

STIMMEN ZUM SPIEL:

Daniel Rinbergas (Spielertrainer DJK Gaustadt)

"Ich bin zunächst mal erleichtert, die Freude wird sich erst später einstellen. Ich denke, dass der Sieg über die gesamten 120 Minuten gesehen verdient ist. Es war am Ende natürlich eine Kraftfrage, wir haben uns nach der Pause Chancen erarbeitet, mit dem Ausgleich waren wir wieder da. Walsdorf war dann stehend K.0., Jonas hat zwei schöne Tore erzielt und daher bleiben wir drin. Der Klassenerhalt ist ein toller Abschluss einer schwierigen Saison, in der wir anfangs zu viele Punkte haben liegen lassen. Die Aufholjagd wurde Gott sei Dank belohnt.

 

" Johannes Bergen (Kapitän DJK Gaustadt )

 

"Das ist das Happy End der Saison, wir haben alles gegeben, was wir hatten. Uns haben diverse wichtige Spieler gefehlt, der verbliebene Kader hat es aber geschafft, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Wir haben insgesamt verdient gewonnen und werden sicherlich das eine oder andere Getränk zu uns nehmen. Heute können wir stolz sein.

 

" Jonas Reinfelder (Spieler DJK Gaustadt)

 

"Einen besseren Abschied hätte ich mir nicht vorstellen können, ich bin unendlich froh. Die Jungs haben alles gegeben, viel Moral bewiesen und viel gearbeitet. Daher kann ich der Mannschaft nur ein großes Kompliment aussprechen. Walsdorf war heute ein sehr starker Gegner, sie haben ein super Spiel gezeigt, trotz der Belastungen der letzten Tage. Ich kann mich nur bei allen bedanken, Gaustadt wird immer ein Stück Heimat bleiben und ich bin stolz, dass es für die DJK in der Kreisliga weiter geht."

 

André Distler (Spielertrainer SV Walsdorf)

 

"Wir haben alles rausgehauen, was wir hatten, Kompliment an die Mannschaft. Wir haben direkt nach der Führung die Riesenchance zum 2:0, die müssen wir nutzen. So belommen wir kurz vor Ende den Ausgleich und hatten nicht mehr genügend Kräfte entgegenzusetzen. Glückwunsch an Gaustadt zum Klassenerhalt, ich bin dennoch sehr zufrieden mit dem Team.

 

" SPIELER DES SPIELS: Jonas Reinfelder  (DJK Gaustadt)

 

Keine Frage, Jonas Reinfelder war und ist ein zentraler Spieler im System der Teutonia. Oftmals steil geschickt gibt der schnelle Außenspieler des Öfteren den Alleinunterhalter und verpasste mitunter das richtige Abspiel zum optimalen Zeitpunkt. Seine beiden Treffer in der Verlängerung liefern jedoch erneut den Beweis dafür, welche Klasse der 23-Jährige hat. Über die vollen 120 Minuten spulte Reinfelder ein hohes Laufpensum ab und ging diesbezüglich voran, in der Verlängerung avancierte er zum Matchwinner!

 

SCHIEDSRICHTER:

Simon Winkler  (DJK Don Bosco Bamberg 1950 e.V.)

 

Das Schiedsrichtergespann um Simon Winkler hatte es wahrlich nicht einfach, je weiter die Uhr fortschritt, desto hektischer wurde das Geschehen, Unterbrechungen häuften sich, von außen wurde versucht Einfluss zu nehmen. Davon aber ließ sich der Unparteiische keineswegs beeindrucken, zog seine Linie konsequent durch und lag bei allen spielentscheidenden Situationen richtig. Die Rote Karte für Johannes Emmerling nach Foulspiel stecken zu lassen, fällt in den Bereich Fingerspitzengefühl, die Platzverweise wegen Handspiels auf der Linie sowie für eine Tätlichkeit waren nach Rücksprache mit den Assistenten eindeutig!

 

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