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"Unser Plan ging heute voll auf" - DJK Gaustadt - ASV Gaustadt 0:2 (0:0)

Eigentlich ist die Geschichte des ersten Gaustadter Punktspiel-Derbys schnell erzählt: Der ASV stand tief, verteidigte mit viel Leidenschaft und nutzte zwei seiner wenigen Möglichkeiten gnadenlos aus. Die Teutonia hatte mehr Ballbesitz und deutlich mehr gute Chancen, die sie aber entweder liegen ließ oder bei denen sie an Keeper Daniel Philipp scheiterte - und so ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden konnte.

 

ASV-Trainer Michael Halbgebauer schickte sein Team tiefstehend in einem nominellen 4-3-3 ins Spiel. Dem spielstarken Gegner sollte bewusst viel Raum gelassen und in der eigenen Hälfte, spätestens aber im letzten Drittel dann zugepackt werden. Die DJK Teutonia, Gastgeber in diesem Stadtteil-Duell, wusste, dass ihr die Rolle des Spiel-Machers zufallen würde. Daniel Rinbergas war gewarnt: "In einem Derby ist alles möglich!"

 

 

 

 

 

Schweigeminute für den verstorbenen DJK-Ehrenkassier Klaus Brech.

 

von Markus Schütz für anpfiff.info

 

Vor dem Anstoß gab es eine Schweigeminute für den am vergangenen Montag verstorbenen DJK-Ehrenkassier Klaus Brech.

 

Torloser erster Durchgang mit DJK-Feldvorteilen: Die zahlreichen Zuschauer bekamen auf dem Kunstrasen im Gaustadter Sportzentrum früh das erwartete Bild geboten: Die DJK holte sich gegen einen defensiv orientierten und mit viel Aufwand gegen den Ball arbeitenden Gegner mehr und mehr Spielanteile. Tobias Weber hatte im Zentrum zahlreiche Kontakte. Der ASV Gaustadt machte den relativ kleinen Platz durch gutes Verschieben in der eigenen Hälfte noch enger, so dass es zunächst kein Durchkommen für den Kreisliga-Absteiger gab. Raum gab es zum ersten Mal nach etwa einer Viertelstunde, als ein ASV-Angriff abgefangen und Nabil Raki sofort lang geschickt wurde. Zwar lief er alleine in Richtung des Tores von Daniel Philipp, bekam aber von hinten viel Gegnerdruck, so dass er nicht mehr kontrolliert abschließen und der Keeper klären konnte.

 

Dennoch die erste gute Gelegenheit, mit der die Teutonen dem Spiel ein anderes Gesicht hätten geben können. Sie erhöhten weiterhin den Druck und zogen nun einige Freistöße rund um den Sechzehner, sowie die eine oder andere Ecke. Aber bei den meisten Bällen brachte der Aufsteiger einen Kopf oder ein Bein dazwischen, in der 25. Minute musste Torhüter Daniel Philipp Kopf und Kragen gegen den bei einem Weber-Freistoß mit aufgerückten Kapitän Johannes Bergen riskieren. Eine schöne Ecken-Variante nahm Daniel Weber dann selbst am 16er volley und setzte den Ball knapp über die Latte. Dazu war Torhüter Philipp bei zwei Rinbergas-Abschlüssen von außerhalb des Strafraums zur Stelle. Nach vorne ging bei den Gästen bis dahin wenig. Sie konzentrierten sich vor allem darauf, die Null zu halten. Der zentrale Offensive Mario Comes bekam kaum Bälle. Bis zur 39. Minute, als der starke Dardan Kabashi nach einem Ballgewinn mit einem schönen Solo den halben Platz überbrückte und auf Comes ablegte. Aber bei dessen Abschluss aus 14 Metern halbrechter Position war der bis dahin nicht geprüfte Matthias Kühhorn auf dem Posten. Die darauffolgende Ecke setzte Christopher Dürr per Kopf drüber. Noch zwei Chancen gab es dann auf der Gegenseite, als zunächst ein Freistoß vors Tor von einem Teutonen verlängert wurde, aber knapp drüber ging. Auch Tobias Weber versuchte es nochmal nach einer Ecke, aber auch dieser Versuch ging vorbei.

 

Ahmet Özilban trifft aus der Distanz:

 

Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel sollten die offensiv mutigsten der ASV'ler bis dahin werden: Zunächst setzte Kapitän Andreas Münzker einen Schlenzer mit links knapp am langen Eck vorbei. Und dann wurde ein Angriff des bis zu diesem Spieltag Tabellenletzten etwa 25 bis 28 Meter vor dem Tor unterbrochen. Ahmet Özilban fasste sich ein Herz - und drosch den Ball flach ins von ihm aus gesehen rechte Toreck. Großer Jubel beim Außenseiter, dem diese Führung zusätzlich in die Karten spielte. Noch tiefer, noch abwartender ließ sich der ASV nun bespielen. Bei einem Freistoß von Daniel Rinbergas musste Daniel Philipp die Fäuste nehmen, ansonsten ließen die nominellen Gäste in der nächsten Phase wenig zu. Die DJK versuchte bewusst, ruhig und kontrolliert zu bleiben, schließlich war noch eine Menge Zeit. Erst in der 68. Minute lag der Ausgleich zwei Mal in der Luft. Zunächst setzte Spielertrainer Daniel Rinbergas einen Kopfball ab, bei dem der ASV-Keeper geschlagen gewesen wäre - aber es rettete die Latte. Die Gefahr war allerdings noch nicht vorbei: Daniel Rinbergas fasste den Abpraller aus kurzer Distanz volley ab und die meisten sahen den Ball schon im Netz zappeln. Aber Daniel Philipp hatte das Glück des Tüchtigen an diesem Tag auf seiner Seite, stand genau richtig - und konnte per Fußabwehr noch retten. Statt 1:1 stand es zwei Minuten später plötzlich 0:2.

 

Was war passiert?

 

Elias Pereira zog eine Ecke scharf ans lange Fünfereck, dort stieg Mario Comes hoch und legte per Kopf vors Tor ab. Wie kurz vorher sein Keeper stand nun Kapitän Andreas Münzker goldrichtig und bugsierte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Zwei Szenen in dieser Partie innerhalb kurzer Zeit, die entscheidend waren. Zwar waren noch 20 Minuten zu spielen, aber wenn Daniel Rinbergas nach der Partie sagte: Wir hätten heute noch drei Stunden spielen können, dann meinte er noch weitere, teils hochkarätige Chancen, die die DJK liegen ließ Nabil Raki presste den Ball zunächst über die Latte, kurz darauf setzte er ihn im Fallen knapp vorbei. Patrick Hölder verpasste das kurze Eck nur knapp und als der Ball nach einem Weber-Freistoß dann tatsächlich im Tor lag, wurde er vorher aus einer Abseitsposition verlängert. Dazu wurde der viel zu frei stehende Michael Ochs in aussichtsreicher Position gerade noch geblockt und Kapitän Johannes Bergen rutschte der Ball zentral vor dem Tor bei seinem Kopfball zu sehr über den Scheitel. Der ASV verteidigte bis zum Schluss vielbeinig - wenngleich er ab der 72. Minute zwei Beine weniger auf dem Platz hatte, nachdem Mario Comes mit Gelb-Rot runter musste. Bei dem Spielstand und der Ausrichtung fiel das aber nicht ins Gewicht. Einen schönen Konter über Dardan Kabashi vereitelte Matthias Kühhorn noch stark - dann durften sich die ASV'ler über ihren Auswärtssieg in vertrauter Umgebung freuen! ASV Gaustadt verteidigt sich zum Sieg: Die defensive und auf Kompaktheit ausgerichtete Marschroute des ASV Gaustadt war zu erwarten, war die richtige Maßnahme und führte - weil konsequent umgesetzt - auch zum Erfolg.

 

Zwar mit Glück, aber auch mit Geschick, denn die Mannschaft von Michael Halbgebauer trat geschlossen auf, störte mit viel Leidenschaft den gegnerischen Ballbesitz und zeigte sich nach vorne sehr effektiv. Und verdiente sich mit dieser Energieleistung im Hinblick auf die Umsetzung ihres Matchplans so auch ihren Sieg. Die spielstarke DJK erwischte zwar vielleicht nicht ihren besten Tag, aber die Chancen, um dieses Derby zu gewinnen oder - nach dem Rückstand dann - zumindest nicht zu verlieren, waren allemal da. Aber Trainer Daniel Rinbergas wusste, so wie jeder Fußballer weiß, dass es eben solche Tage gibt, an denen man noch drei Stunden spielen kann. Ein solcher Tag war es für die DJK.

 

Daniel Rinbergas(Spielertrainer DJK Teutonia Gaustadt)

Wenn wir die erste Chance machen, dann gewinnen wir die Partie. Und selbst, als wir hinten lagen, hatten wir noch genügend Möglichkeiten - aber heute hätten wir wahrscheinlich noch drei Stunden spielen können und hätten nichts rein gebracht. Der ASV hat das gespielt, was sie können - das aber sehr gut und sie haben deswegen auch nicht unverdient gewonnen. Glückwunsch an den ASV und an meinen Trainerkollegen Michael.

 

Michael Halbgebauer (Trainer ASV Gaustadt)

Ich denke, die Zuschauer haben heute ein spannendes und kurzweiliges Derby gesehen. Unser Plan ist dabei perfekt aufgegangen! Ich habe der Mannschaft unter der Woche und auch noch mal vor dem Spiel klar gemacht, dass wir spielerisch mit der DJK nur schwer mithalten können und es heute nur über eine defensive Grundausrichtung und vor allem Einsatz und Zweikämpfe funktionieren kann. Und defensiv war das heute bärig, jeder hat alles gegeben: Die Truppe lebt! Überragend natürlich auch Daniel Philipp, der eigentlich gar kein Torwart ist, und zwischen den Pfosten nun fünf Punkte geholt hat. Denn wenn die Chance vom Daniel Rinbergas reingeht, kippt das Spiel wahrscheinlich. So hat es heute gereicht, ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Ich hoffe, wir können jetzt nachlegen, so langsam sind jetzt wieder alle an Bord. Der DJK und ganz besonders dem Daniel wünsche ich den Aufstieg, er hat eine geile Truppe.

 

Tobias Weber (Spieler DJK Teutonia Gaustadt) 

Der ASV hat heute 120 Prozent seines normalen Leistungsvermögens auf den Platz gebracht, wir von unserem vielleicht 75 Prozent. Wir haben heute zwar nicht unser bestes Spiel gemacht, aber trotzdem: Wenn wir unsere Chancen halbwegs nutzen, dann gewinnen wir klar. So aber hat sich der Gegner von Minute zu Minute mehr ins Spiel beißen können, hat das defensiv gut gemacht und nach dem Rückstand wurde es natürlich umso schwerer für uns. Wir müssen das Spiel jetzt schnell aus den Köpfen bekommen, in Oberhaid unter der Woche einen Sieg einfahren, um dann gestärkt ins anstehende Kirchweih-Wochenende gehen zu können!

 

Noten: DJK Gaustadt: Kühhorn 3,1, Engelhaupt 3,1, Düsel S. 2,8, Bergen 2,4, Leal 3,5, Weber T. 3,0, Böhnlein 3,0, Pervorfi M. 3,2, Baum S. 3,6, Rinbergas 3,3, Raki 2,8 / kratz, Elbel, Kabitz Jan ., Hölder 3,3 (71.), Grotz 3,3 (58.), Ochs 3,6 (42.)

 

ASV Gaustadt: Philipp 1,3, Salatin A. 1,9, Salatin F. 1,5, Ferreira G. 1,7, Kabashi 1,6, Dürr 2,2, Abubakar 2,3, Özilban A. 1,5, Pereira 2,2, Münzker 1,8, Comes 3,5 / Eftime, Lingrön, Nunner, Schneider, Khalil 2,9 (66.), Kapkalov (81.), Klug (90.+4) Tore: 0:1 Özilban A. (50.), 0:2 Münzker (71., Comes)

 

Gelbe Karten: Böhnlein - Foulspiel (33.), Pervorfi M. - Foulspiel (51.), Baum S. - Foulspiel (77.), Rinbergas - Meckern (88.) / Abubakar - Foulspiel (34.), Özilban A. - Foulspiel (40.), Comes - Meckern (72.) |

 

Gelb-rote Karten: - / Comes - Meckern (72.)

 

Zuschauer: 350 | Schiedsrichter: Alexander Hitschfel (1. FC Burk) 2,0 

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