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Streifzug durch die Vereinsgesichte

Die Chronik für die Zeit der Gründung und Wiedergründung bis in die 80er Jahre hinein, stammt im wesentlichen aus der Feder der im Jahre 1993 verstorbenen Ehrenvorstands Hans Herbert. Ab den 70er Jahren habe ich versucht meine eigenen Erinnerungen einzuarbeiten und die Vereinsgeschichte bis zum heutigen Tage fortzuschreiben.

Von der Gründung 1927 bis zum Verbot 1935
Unser Verein DJK Teutonia Gaustadt wurde 1927, angeblich im Mai, gegründet. Mitglieder des katholischen Jugend- vereins trafen sich zum "Ball Kicken" in der "Lehmgrube" hinter dem Schützenhaus, wo heute das Altenheim ST. Josef und die neue Kaiserdom- Brauerei stehen. Ihr geistlicher Betreuer war der damalige Kaplan Brendel, auf den die Gründung der DJK zurückgeht. Für die sportliche Entwicklung in der Öffentlichkeit sorgten 1929 Kaplan Nolte und ab 1930 der große Förderer und selbst aktive Sportler, Pfarrer von Gaustadt und späterer Ehrendomherr, Michael Drummer.

Nun begann die Zeit der Blüte und Erfolge
Der DJK-Verband war im Kreis Bamberg im Fußball stark vertreten und es wurde in eigener Verbandsrunde in zwei Gruppen gespielt.

Zur Erklärung: Damals gab es in Deutschland drei Verbände, die unabhängig voneinander einen Fußballmeister ausspielten. Sie unterschieden sich gesellschaftlich und weltanschaulich.

Gaustadt war dafür ein mustergültiges Beispiel, denn im Ort gab es ab 1927 drei Fußballvereine: Die "Freien Turner", 1910 gegründet (auf diesen Verein führt sich der heutige ASV Gaustadt Zurück), vertraten die"rote" Arbeiterbewegung, welche in der Textilfabrik ERBA (1856 entstandenen und 1992 in Konkurs gegangen) ihre Wurzeln hatte; unser Verein, die DJK Teutonia , vertrat die katholische, "schwarze" Sportbewegung; der dritte Verein "Spielvereinigung Gaustadt" war dem deutschem Fußballbund angeschlossen.

Im DJK-Verband Kreis Bamberg, Gruppe Nord, spielte unser Verein die gleiche dominierende Rolle wie in der Gruppe Süd die Damalige DJK Altendorf. Beide wurden regelmäßig Gruppensieger.

Bei den Endspielen auf dem DJK-Sportplatz in Bug waren die Teutonen immer die Glücklicheren und wurden Kreismeister. Man traf sich auch zu Freundschaftsspielen in anderen Kreisen wie Lichtenfels, Eltmann, Hausen, dem Geburtsort von Pfarrer Drummer, usw. Der damalige zweifache DJK-Reichsmeister Sparta Nürnberg gab auf den Sportplatz "Ochsenwiese" (heute der Bereich des Ochsenangers hinter der "Trieste") ein Gastspiel und siegte mit 8:1 Toren.

Das Jahr der größten Erfolge war das Spieljahr 1932/33. Nach den erfolgreichen Ausscheidungsspielen gegen die Meister anderer Kreisverbände, DJK Lichtenfels, DJK Herzogenaurach, DJK Phönix Nürnberg, DJK Franken Lichtenfels in einem Entscheidungsspiel der Meister der Erzdiözese Bamberg ermittelt. In einem großartigen und spannenden Spiel siegten die Teutonen mit 2:1 und schafften den Aufstieg in die höchste Klasse. Groß war der Jubel der Schlachtenbummler, und auf den Schultern trugen sie die Spieler vom Platz.

Im Vereinslokal, damals noch "bayerleinsche Wirtschaft" (nachmaliges Oberes Wirtshaus, heute leerstehend gegenüber der Sebastianikapelle), wurde die Meisterschaft gebührend gefeiert. Die Fahnen wurden aufgezogen, auch die Teutonia-Mitglieder beflaggten ihre Häuser.

Dies aber nur für wenige Stunden, denn auf polizeiliche Anordnung hin, die Nazis hatten im Januar 1933 die Macht ergriffen, mussten die Fahnen wieder eingeholt werden. Man merkte schon den Druck der damaligen Machthaber des Dritten Reiches auf die Katholische Vereins- und Sportbewegung. Dieser Druck verstärkte sich immer mehr, z.B. drangen SA-Trupps ins Kolpingzimmer im "Volksgarten" ein und behandelten die anwesenden Teutoniamitglieder recht unsanft. (Ab 1934 war der Volksgarten das Vereinslokal; heute ist es das Domizil der Portugiesischen Sportfreunde.) Man verlangte von den DJK-Vereinen, dass sie ihre Grundsätze "Sport in katholischer Gemeinschaft" aufgeben und sich gleichschalten, d.h. sich neutralisierten. Als man diesem verlangen nicht nachkam, kam es 1935 zum endgültigen Verbot. Die Sportgeräte wurden, soweit man ihrer habhaft werden konnte, beschlagnahmt. Die Spieler selbst schlossen sich Nachbarvereinen an oder hängten ihre Fußballschuhe "an den Nagel".

Die Vorstände dieser Zeit waren Kilian Krug (nach dem Krieg von 1962 bis 1966 Gaustadter Bürgermeister) und zuletzt der Vereinswirt Konrad Rank.

Als Zeitzeugen konnte der Verein beim 60-jährigen Jubiläum noch drei Gründungsmitglieder ehren: Hans Schöring, Baptist Montag und Nikolaus Geus. Sie sind mittlerweile verstorben, ebenso Ehrenvorstand Hans Herbert, der auch schon seit 1930 Mitglied der Teutonia war.

Aus der Zeit vor dem Verbot sind noch Mitglied seit 1930 Eduard Montag, seit 1931 Peter Montag und Martin Schneiderbanger.

Die Wiedergründung 1949

Nach dem schrecklichen Weltkrieg, der viele Mitglieder die Heimat nicht mehr sehen ließ, nahmen die Freunde, welche Krieg und Gefangenschaft überstanden hatten, sofort Verbindung miteinander auf. Das Vereinsleben in der Kolpingfamilie (Gesellenverein) nahm einen blühenden Aufschwung. Vorträge verschiedener Art sowie Geselligkeiten mit Theater (siehe Bild auf Seite 14), Tanz und Ausflügen vereinten die Mitglieder. Organisator war Georg Pfuhlmann, er war später Vorstand, verstarb aber allzu früh. Trotz des regen katholischen Vereinslebens hatte man zunächst keine Absicht die DJK Teutonia wieder ins Leben zu rufen. Dies hatte zwei Gründe: Zunächst dachte man an einen Groß-sportverein (Allgemeinen Sportverein) in Gaustadt; außerdem hatte der damalige Pfarrer Georg Mann, ein Teil der obengenannten ehemaligen Mitglieder der DJK war noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft daheim, sein Wort gegeben, so lange er Pfarrer von Gaustadt ist, keine DJK wieder zu gründen. Nachdem Pfarrer Mann ab 1. November 1949 zum Domkapitular berufen wurde und nur noch Verweser der Pfarrei war, sah man sich dem Wort entbunden. Georg Pfuhlmann, Theo Hohl, Hans Herbert (alle später einmal 1. Vorsitzende) und Michael Sauer (später 2.Vorstand und Schriftführer) bereiteten die Wiedergründung der Teutonia vor.

Am 14.November 1949 versammelten sich viele alte Freunde und jugendliche Interessenten im Vereinshaus Volksgarten zur Gründungsversammlung, wo 64 Anwesende sofort ihren Beitritt erklärten. Da man noch nicht genau im Bilde war, ob der alte DJK-Verband sich schon wieder konstituiert hatte, bezeichneten wir unseren Verein zunächst als Sportverein- FK (Kolpingfamilie) Teutonia Gaustadt (siehe Mitgliedsausweis aus dem Jahre 1950 auf Seite 15), um ihm dann später den eigentlichen Name DJK zu geben. Hier sei anzumerken, dass zu dieser Zeit der Name DJK (Deut sche Jugendkraft) bei den alliierten verpönt war, da diese dahinter nationale Bestrebungen vermuteten und sich die wiedergegründeten DJK-Vereine deshalb den Namen "Sportbund" gaben. Der erste Vorstand des wiedergegründeten Vereins wurde Theo Hohl. Ihm folgte der inzwischen aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrte frühere Vorstand Kilian Krug. Dann führte für zwei Jahre der Wiedergründer Georg Pfuhlmann die Vereinsgeschicke.

Nach dem Tod des 2. Vorstandes und Schriftführers Michael Sauer im Jahre 1954 übernahm Hans Herbert das Amt des geschäftsführenden Vorstandes, um im folgenden Jahr, nach Verzicht des ersten Vorstandes, die Vereinsführung zu übernehmen. Für zwei Jahre führte dann Gerhard Dörfler den Verein. Seit dem Jahr der Olympischen Spiele in München 1972 führt Albrecht Schöring als 1.Vorsitzender den Verein.